Schweizer Gletscher

Die Schweizer Gletscher

In den letzten Jahren haben die Schweizer Gletscher durch vermehrtes Abschmelzen viel Eis verloren. Die Schweiz muss noch vor Ende dieses Jahrhunderts lernen, ohne Gletscher zu leben. Das Gletschereis gilt als Archiv der Klimageschichte: Der weltweite Rückzug der Gletscher ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass sich das Klima der Erde verändert. In Anbetracht des Temperaturanstiegs geben Experten den Gletschern in der Schweiz verloren. Gletscherskifahren in der Schweiz: Alle Informationen zum Skifahren und Wintersport in den Gletscherskigebieten der Schweiz.

Melze: Forschende geben Schweizer Gletscher auf

Den Forschenden aus der Schweiz ist die Hoffnungslosigkeit abhanden gekommen: Die Gletscher im Alpenstaat können nicht mehr gerettet werden, sie sind sich einig. Alleine 2016 haben sie 900 Mrd. ltr. verliert. Nach Expertenmeinung können die Gletscher in der Schweiz angesichts des Temperaturanstieges nicht mehr gerettet werden. "Für die Schweizer Gletscher ist eine Abschwächung der globalen Erwärmung zu spät", sagt Huss.

In einer ausführlichen Reportage wird über den Gletscherschwund in der Schweiz in den letzten 170 Jahren informiert. In den letzten Jahren und Dekaden war der Niedergang besonders drastisch. Die Schweiz hatte 1973 2150 Gletscher, heute sind es noch rund 1400. Sechs der acht extremen Abschmelzjahre seit 2008. Allein 2016 haben die Gletscher nach Untersuchungen der Tageszeitung knapp einen Kubikkilometer Eis oder rund 900 Mill.

Auch 2017 wird angesichts der derzeit sehr heißen Temperatur kein gutes Jahr für die Gletscher. "Der steigende Wasserspiegel wirkt sich nicht unmittelbar auf uns in der Schweiz aus, aber es wird millionenfach Klimaflüchtlinge geben", heißt es in der Zeitung. Die Gletscherschmelze ist nicht nur in der Schweiz ein großes Thema. Nepal allein hat mehr als 3200 Gletscher - immerhin.

Nepal verliert jedes Jahr etwa 38 km² Gletscheroberfläche. Auch in den peruanischen Gletschern, wo es 2679 Gletscher gibt, ist die Eisschmelze besonders schwer. Das Abschmelzen der Gletscher hat in Peru seit 1940 ein gutes Dutzend verheerender Bergstürze ausgelöscht. Mehr als 50 der vielen Gebirgslagunen, die durch das Abschmelzen der Gletscher entstanden sind, bedrohen die Dörfer an den Berghang.

Die Frage, ob der Niedergang auf den Klimawechsel zurückzuführen ist, ist Gegenstand einer kontroversen wissenschaftlichen Debatte.

Gletscher Schweiz - Explora

Es werden in 100 Jahren nur noch zwei Gletscher in der Schweiz sein. Gletscher sind seit langem Teil des gesellschaftlichen und naturwissenschaftlichen Dialogs über den Klimawechsel und das damit einhergehende Abschmelzen der Gletscher. Jahrhunderts wurden die ersten Erkundungstouren in den Eisbergen der Schweizer Bergwelt durchgeführt, wie frühere Reisereportagen aufzeigen.

"Die Gletscher, die so still in diesem hellen Mondschein stehen, glotzen und klirren jetzt wie zerrissene Fischmünder; in den Mauern glitzert der Schneefall, als ob man seine Erkältung erkennen könnte, und alles ist so gewaltig, wenn man weiß, dass ein Mann da draußen ist, in einer solchen Mauer, wo es kein Vor- und kein Zurück gibt, nur diese totale Raumkälte.

"In der modernen Forschung werden Gletscher als "Massen von körnigen, porösen Firnen und kristallklarem, dichten Eis" bezeichnet. Doch in der Populärliteratur galten die Gletscher als eine eigene, unangetastete Bergwelt in den Schweizer Voralpen. Nicht umsonst sind um diese sagenumwobene Eislandschaft in der Schweiz und im gesamten Alpenraum Mythen, Geschichten und Mythen gewebt worden.

Wissenschaftler und Künstler begannen jedoch, den Gletschermythos zu hinterfragen und durch das weiße Feld zu wandern. Aegidius Tschudi (1505-1572) und der Geisteswissenschaftler Sebastian Münster (1489-1552) waren unter den ersten, die die anstrengende Reise unternahmen und die älteste Beschreibung der Schweizer Gletscher schrieben.

Doch erst im achtzehnten Jh. machte der Züricher Erleuchter Johann Jakob Scheuchzer (1672-1733) einen wichtigen Beitrag zur Erforschung des Gletschers. Später wurden diese Überlegungen als für die glaziologische Weiterentwicklung maßgebend erachtet. Scheuchers Reportagen und vor allem die darin aufgenommenen Schweizer Landkarten wirkten wie eine eigentliche Marketingkampagne nach heutigem Standard: Durch seine Arbeiten hat Europa die Schweiz als Reiseziel entdeckt.

Ende des 19. Jh., geprägt von der romantischen Stimmung und dem Aufruf "Zurück zur Natur", stürmen Tourismus und Bergsteigen die Schweiz und ihre Unterwelt. Das Zeitalter des massenhaften Tourismus beginnt und Fahrten zu den Gipfeln werden als romantisches Bergerlebnis aufbereitet. Die Reisevergiftung führte auch zu den ersten Verstädterungszeichen der Gletscherwelt: Almhütten und Hotelanlagen haben die Abgeschiedenheit der gewaltigen Gletscher erträglich gemacht.

Jahrhunderts haben Bahn- und Luftseilbahnen und später auch Hubschrauber den Weg zu den Bahngletschern erobert, die nun schnell und komfortabel erobert wurden. Durch frühe künstlerische Darstellung werden Bilder und Abbildungen in Reisereportagen auch heute noch als wertvolles historisches Dokument betrachtet. Der Schweizer Landschafsmaler Caspar Wolf (1735-1783) hat in 32 seiner eindrucksvollen Bilder Gletscher als Motiv gewählt.

Zu ihrer Bemalung machte er gefaehrliche Ausfluege in die Schweizer Berge. Viele Reisereportagen wurden auch mit Bildern der beiden namhaften Schweizer Maler Gabriel Lori Vater von 1763-1840 und Son (1784-1846) bebildert. Gabriel Lori der Ältere hat 1823 in "Malerische Tour durch das Oberland im Kanton Bern, in der Schweiz" in London eine kleine Sammlung seiner Gletscherzeichnungen veröffentlicht.

Mit der Weitergabe der Bilder stieg das naturwissenschaftliche Interesse für die Gletscher und den alpinen Habitat. Von den Pionieren der naturwissenschaftlichen Gletscherkunde wurden ihre Erkenntnisse weiter geschrieben und als Reisebericht veröffentlicht, da Gletscherkunde und Alpinistik schon damals nicht zu unterscheiden waren. Das Erforschen der Gletscher erfordert keine Laborarbeiten, sondern eine beharrliche Untersuchung der groben Ice-Massen.

Die Schweizer Forschertrias Ignaz Venetz (1788-1859), Jean de Charpentier (1786-1858) und Louis Agassiz von 1807-1873 vertieften auch den gletscherwissenschaftlichen Dialog zunächst um die Ice-Age. Mit der Publikation von Agassiz' Arbeit "Études sur les glaciers" im Jahr 1840 gelang der Sprung in die Gletscherkunde. Seine Forschungsbeobachtung dokumentiert er auf vielen Studienreisen mit ausführlichen handgeschriebenen Landkarten und Skizzen der Schweizer Gletscher.

Auch Heim widmet sich den Forschungen der Gletscher und veröffentlicht die Ergebnisse seiner Forschungen 1885 in seinem wichtigen "Handbuch der Gletscherkunde". Zur Beobachtung und Erforschung der Veränderung der Gletscherlandschaft werden die Eismengen noch immer regelmäßig gemessen, ausgelotet und mittels Bohren erforscht. Die Pioniere der Gletschererforschung verfügten jedoch nur über Pickel und Seile, wie sie von Bergsteigern verwendet wurden.

Eduard Whymper, der bekannte erste Bergsteiger des Riesenhorns, ließ sein "Eisbeil" in seinem Buch "Berg- und Gletscherfahrten in den Alpen in den Jahren 1860 bis 1869" bebildern. Mit modernen Kameras konnten scharfe und genauere Bilder erstellt werden, aus denen Gletscherforscher über einen weiten Zeitraum hinweg Rückschlüsse auf die Gletscherentwicklung ziehen können. Glaziologische Forschung ist seit ihrer Gründung als Wissenschaftsdisziplin eng mit der Kartographie verknüpft.

Die Gletscherabgrenzungen wurden (und werden) auf Landkarten und Inventaren der Gletscher festgehalten. Die Gletscher können heute über Messstellen via GPS, Radar oder Satellitenbilder beobachtet werden. Auch "Drohnen"), die über die Gletscher fliegen und diese mit Laser- oder Radarmessung sowie Luftbildern ausmessen. Für die Gletschermodellierung wird dann in der Regel eine Verknüpfung von Gletscherdatensätzen mit vorhandenen Geodaten verwendet, in der Schweiz zum Beispiel das Höhenmodell swissALTI3D.

Für die digitale Wiederherstellung von Gletscherbahnen wird in der Regel eine Mischung aus Analysewerkzeugen und Messdaten eingesetzt. Dabei werden die Gletscherränder aus Satellitenaufnahmen verschiedener Zeitintervalle gewonnen und ein Datenvolumen in Verbindung mit den vorhandenen Geländemodellen berechnet. Für die Prognose der zukünftigen Gletscherentwicklung ist es notwendig, historische und aktuelle Informationen z. B. mit Klimamodellen zu kombinieren.

Zukunftsbild Schweiz ohne Gletscher? Die Abschmelzung von Eisflächen ist ein sehr aktueller Punkt, der in der öffentlichen Diskussion auf allen Kanälen der Medien heftig umstritten ist. Zukünftige Szenarien einer Schweiz ohne Gletscher werden im Rahmen einer Aufklärungskampagne vorgestellt. Klare Warn- und Alarmmeldungen kommen auch von Wissenschaftlern: Die Schweizer Gletscher werden in 100 Jahren abschmelzen.

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