Infrarot Tarnung

IR-Tarnung

In Schweden präsentierte BAE Systems eine voll funktionsfähige Infrarot-Tarnung. Militärische Technik: Holey Camouflage Cap für Kampf-Kolosse Sie sind das Kernstück des von BAE für das Schwedische Heer entwickelten und auf der Defence and Security Equipments International (DSEi) in London vorgestellten System "Adaptive". Fotoapparate sollen die Strahlen in der Nähe eines Fahrzeuges, z.B. eines Tanks oder eines Kriegsschiffes, auswerten.

Im Handumdrehen sind die Fliesen so angepasst, dass das Produkt mit seiner Umwelt fusioniert und fast unbemerkt bleibt. Infrarot ist die einzig mögliche Strahlungsart, an die sich die Fliesen momentan anpaßt: Es gibt keine andere: Werbevideos zeigen, wie ein mittelgroßer CV90-Panzer entweder aus den Thermobildern verschwinden kann, die Gestalt eines Wagens annehmen kann oder wie ein großes X die Identifikation Ihrer Truppen erleichtert.

Laut einer BAE-Mitteilung ist der Infrarotbereich eine der Prioritäten für schwedische Kunden. Aber auch für andere Wellenlängenbereiche der elektro-magnetischen Abstrahlung ist die Technik geeignet. Unternehmenssprecher Mike Sweeney sagt, dass in Zukunft Autos für das Radar oder sogar das Augenlicht nicht mehr sichtbar sein könnten. Weil es sich bei der Beleuchtung auch nur um elektomagnetische Strahlungen handelt.

Die " Gesamttarnung " wird laut BAE in den kommenden Jahren weiter ausgebaut. Nach Ansicht von unabhängigen Sachverständigen wäre dies zwingend erforderlich, da eine Tarnung ausschliesslich im infraroten Bereich nur wenig sinnvoll wäre. "Auch in solchen Fällen wäre eine Tarnung im Infrarot-Bereich heute kaum noch sinnvoll", sagt Lange. Die modernen Sensoriksysteme würden ihre Targets auch in optischer Wellenlänge oder per Funk auffinden.

"Gerade in Wohngebieten werden Tanks in der Regel mit bloßem Blick und nicht mit Wärmebildkameras aufgestellt", sagt Lange. Eine infrarote Zauberhaube würde daher keinen ausreichenden Widerstand gegen einen Rebellen leisten, der eine Bazooka aus geringer Entfernung auslöst. Es gibt jedoch bereits einen Weg, einen Tank für das Menschenauge zu tarnen: Die Kamera soll den Bereich um den Tank herum auf die Fliesen ausstrahlen.

Das Entfernen der Infrarot-Zauberhaube ist jedoch bereits ein Dilemma. Bei Entfernungen von weniger als 300 Metern würde sich die Gefahr erhöhen, dass der Tank auf thermischen Bildern erkannt wird, ob er sich tarnt oder nicht. Sobald sich der Tank fortbewegt, droht weitere Aufregung. Wenn sich das große Fahrzeug in Fahrt begibt, pustet es heisse Abluft in die Lüfte.

Es wäre noch schwieriger, die Tarnung in Aktion zu halten, wenn der Lauf und die Maschinenpistolen Wärme aussenden. So stellte die Israelis Eltics erst kürzlich ein Infrarot-Tarnsystem namens "Black Fox" vor, das analog zu "Adaptive" arbeiten soll. Daher ist die Aussage von BAE Systems, dass das "adaptive" System eine bestimmte Tarnung im Infrarotbereich bietet, einleuchtend.

Wie gut ein solches Gerät unter den rauen Einsatzbedingungen funktioniert, die ein Tank in der Praxis zu meistern hat, ist jedoch die entscheidende Fragestellung. Dies gilt noch mehr für das Radar als für den Infrarot-Bereich. "Im besten Fall schützen sie das Auto, wenn es sich nicht bewegen kann. "Andernfalls gilt für das Auto dasselbe wie für ein Chamäleon: "Solange es still steht, ist es kaum zu sehen - aber wenn es sich zu bewegen beginnt, ist die Tarnung weg.

"Dann kann sich das Chamäleon nicht mehr rasch genug an seine Umwelt anpassen", sagt Essen. Selbst ein sich bewegender Tank wird wahrscheinlich immer vom Fahrrad erfasst, dafür sorgt schon der Dopplereffekt. Zukunftsweisender wäre der Gebrauch von sogenannten metamaterials, die sowohl die elektromagnetischen Strahlen - als auch das optische Spektrum umleiten.

Doch ein Tank ist nicht nur wesentlich grösser, "sondern hat auch eine komplexe Geometrie", wie Peter Knott vom FHR ausführt.

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