Daimler Krise

Die Daimler-Krise

Im Daimler-Konzern kommt es zu einem massiven Ergebnisrückgang. Daimler soll auch die Abgasreinigung von bis zu einer Million Motoren manipuliert haben. Kunden sind verunsichert, die Börse verdächtig, kaum Gewinnzuwachs: Daimler kämpft mit Dieselgate und Kartellvorwürfen. Bis vor kurzem hielt das Daimler-Management Einbrüche wie in diesem Jahr für undenkbar. Aber das Wichtigste ist, dass man aus jeder Krise lernen kann.

Die Auswirkungen der Diesel-Krise spürt Daimler

Doch die Geschäfte von Daimler laufen - so dass der Konzern seine Gewinnprognose noch anhebt. In Deutschland wird es immer schwerer, sich von gebrauchten Dieselfahrzeugen zu trennen, und die Kosten fallen. Dies spiegelt sich auch zum ersten Mal klar in den Geschäftsbüchern des Daimler-Konzerns wider. In Deutschland hat der Autokonzern Stuttgart sein Leasing-Portfolio aufgewertet - und eine Wertberichtigung von 100 Mio. EUR gemacht, berichtet Finanzvorstand Bodo Uebber bei der Vorstellung der Quartalsergebnisse.

Er wollte jedoch nicht angeben, wie groß das Leasing-Portfolio ist. Allerdings gibt es in Deutschland nur Wertberichtigungen: "Das ist eine Tendenz, die wir sonst nirgendwo sehen", sagte er in einer Pressekonferenz: "Der Heimatmarkt Deutschland hebt sich ab.

"Vor allem die Diskussionen um das Fahrverbot, so der Daimler-Finanzvorstand, führt zu diesem Vorfall. Allerdings hat Uebber betont, dass die Wertberichtigung auf Planungen beruht: "Daran müssen wir weiterbauen. "Daimler hat gute Ansätze für die weitere Entwicklung der Motorentechnik, die zu einer weiteren Stärkung führt.

Die Dieselkrise bei Daimler| Börsennachrichten

Mercedes-Automobile sind trotz des Diesel-Skandals sehr gut verkauft, Daimler bricht einen neuen Weltrekord. Aber auch an der Wertpapierbörse nimmt die Kursentwicklung wieder Fahrt auf. Inzwischen haben die Schwäbischen eine Beschwerde bei der EU-Kommission im Rahmen des Kartellverdachts gegen die deutsche Automobilindustrie eingereicht. Die EU-Kommission prüft zurzeit, ob die Automobilhersteller Volkswagen, BMW und Daimler in den 90er Jahren eine inakzeptable Einigung über Technologie, Preise, Lieferanten, Markt und Strategie erzielt haben.

Wenn die Behauptungen stimmen, wäre dies eines der grössten Kartells in der Geschichte der Wirtschaft in Deutschland. Wird Daimler ungeschoren davonkommen? Ein Rückstellungsbedarf bestand daher nicht. Nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" soll Daimler jedoch die Wolfsburger überholt haben. Inwiefern Daimler darunter zu leiden hat, ist nicht klar. Vielmehr hat der Premiumhersteller von Juni bis Ende September 597.300 Mercedes verkauft - ein Zuwachs von rund sechs Prozentpunkten und mehr denn je in einem Viertel.

Der Dieselskandal hat jedoch im vergangenen Vierteljahr erste Auswirkungen auf das Ergebnis: Unter anderem führte die Umrüstung von Dieselfahrzeugen zu einem Ergebnisrückgang bei Daimler. Vor dem Hintergrund der Diskussionen um Dieselfahrverbote und zu hohe Stickoxidwerte hat der Automobilhersteller im Juni entschieden, drei Mio. Mercedes-Benz Pkw in Europa zu verbessern. Im dritten Geschäftsquartal wurden die voraussichtlichen Aufwendungen in Höhe von 223 Mio. EUR erfasst.

Daimler hat sich damit in etwa im Rahmen der Erwartungen der Experten entwickelt. Jüngste Kartell-Vorwürfe gegen deutsche Automobilhersteller und die Untersuchung der angeblichen Manipulation von Abgasen können Daimler in weiterer Folge weiter belastet werden. Nach Angaben des Autoherstellers im vergangenen Monat schloss das Karlsruher Automobilunternehmen angesichts der Untersuchung durch die US-Behörden wegen möglicher unzulässiger Funktionsstörungen bei Dieselmotoren hohe Geldbußen nicht aus.

Ein Daimler-Sprecher sagte, es gäbe derzeit keine neuen Informationen zur Untersuchung der Diesel-Emissionen in Deutschland und den USA. Für eine breite Basis für die automobile Entwicklung hat Daimler viel geleistet. Glücklicherweise sind sie heute weniger von ihrem Heimatland Deutschland als noch vor wenigen Jahren abhängt.

Mittlerweile werden mehr als ein viertel aller Pkw im Lande abgesetzt. Nach Angaben der chinesische Bundesregierung sollen die Automobilhersteller bereits 2019 zehn und ein Jahr später nur noch zwölf Prozentpunkte der Elektrofahrzeuge ausliefern. Es ist kein Zufall, dass Daimler das Stammwerk in Stuttgart-Untertürkheim, wo klassische Brennkraftmaschinen und dazugehörige Schaltgetriebe gefertigt werden, konsequent in der Richtung von Bauteilen für Elektrofahrzeuge ausbaut.

Daimler will bis 2025 bis zu einem Viertel des Pkw-Absatzes mit Elektroautos erwirtschaften. Das Renditeziel könnte auf mittlere Sicht zwischen acht und zehn Prozentpunkten liegen. Das Margenziel lag bisher immer bei zehn Prozenten. Der Daimler-Konzern ist auf Erfolgskurs, sagte Vorstandsvorsitzender Dieter Zetsche am vergangenen Wochenende. Wie der Automobilhersteller am vergangenen Wochenende mitteilte, will er die fünf Geschäftsbereiche in drei selbständige Tochtergesellschaften aufteilen.

Daimler hat den Gesamtausblick für das Jahr 2017 auf Gruppenebene beibehalten, wobei im Geschäftsfeld Trucks aufgrund der Belebung des US-Geschäfts nun mit einem höheren Ertrag als bisher zu rechnen ist. Beim operativen Konzernergebnis wird eine deutliche Steigerung um mehr als zehn Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr prognostiziert. Daimler geht davon aus, dass die Umsätze und Umsätze um mehr als fünf Prozentpunkte zulegen werden.

Daimler-Aktien haben am vergangenen Wochenende 10,5 Prozentpunkte zugelegt und gehören zu den Gewinnern des Dax. Der Dax verlor seit Jahresanfang fast drei Prozente. Allerdings ist die Kursentwicklung seit Anfang September wieder auf Kurs.

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