Ein Nachtrag vom 27. Juni 2012:

Heute bekam ich von der ARD-Redaktion "Panorama"
eine Email mit dem folgendem Inhalt:

 

27.05.2012 - 15:01 Uhr

Kein Beitrag zu Waffen in der nächsten Panorama-Sendung

Anders als von Ihnen gemeldet
(http://www.legalwaffen.de/leserbrief_an_die_redaktion_panorama.html)

plant Panorama am 5.7.12 nichts zu diesem Thema.


Auf unserer von Ihnen verlinkten Seite
(
http://daserste.ndr.de/panorama/aktuell/sportwaffen101.html)
steht klar und deutlich:
"Stand: 23.05.2012 13:09"

Redaktion Panorama

 

Anmerkung von mir:
Ich habe diese "Falschmeldung" selbstverständlich sofort korrigiert...

 




Ein offener Leserbrief an die ARD-Redaktion "Panorama"
zum Beitrag: "Amoklauf leicht gemacht: Waffen im Haus":
 
"Immer wieder kommt es zu Amokläufen mit Sportwaffen - doch nach wie vor dürfen Sportschützen ihre Waffen zu Hause aufbewahren. Panorama berichtete wiederholt über die Gefahr, die davon ausgeht."
   
Der Link zur Webseite der Sendung

 

Hier der Leserbrief (übernommen aus der Facebookgruppe "Waffenlobby"):

 

Sehr geehrter Herr Marmor,

als ein Bürger, welcher regelmäßig seine Beiträge an die GEZ entrichtet und damit auch Ihre Sendeanstalt finanziert, möchte ich mir an dieser Stelle Kritik erlauben. Speziell Kritik an der für den 05.07.2012 geplanten Sendung dieser Beitrag „Amoklauf leicht gemacht“.

(Anm.: Laut Antwort der Redaktion "Panorama" vom 27.06.2012 [siehe oben], ist der genannte Beitrag "Amoklauf leicht gemacht" in der Sendung am 05.07.2012 nicht vorgesehen...)

Allein schon dieser Titel suggeriert dem durchschnittlichen Zuschauer, dass in Deutschland permanent die Gefahr eines „Amoklaufs“ besteht. Es sei daran erinnert, dass die in den vergangenen Jahren erfolgten Taten keine spontanen Taten (Amok) waren, sondern vorausgeplante (=mehrfacher Mord).
Zurück zum Inhalt der Sendung „Amoklauf leicht gemacht“, wie er auf der Homepage der ARD angekündigt ist:

„Angeblich hatte der Vater, ein 53 jähriger Sportschütze, die Pistolen vorschriftsmäßig eingeschlossen. Was hat in dem betreffenden Satz das Wort „angeblich“ zu suchen. Hier wird doch versucht dem Leser eine Relativierung einzusuggerieren – vielleicht hat ja der Vater doch nicht….

Fakt ist, dass der Schüler mit größter krimineller Energie den Waffenraum geknackt hat (Einbruch) und in der Folge die Waffen gestohlen hat (Diebstahl). Auch dafür gibt es in Deutschland bereits Gesetze, an die sich das Bürschlein nicht gehalten hat.

„Der Vorfall verdeutlicht nochmals, wie dringend das Waffenrecht verschärft werden muss…“ Wenn sich Täter nicht an die Gesetze des Strafgesetzbuchs halten, dann werden Sie sich auch nicht an ein nochmals verschärftes Waffenrecht halten. Eine Tatplanung geschieht in einem Kopf – es werden dann die Tatmittel zur Umsetzung benutzt werden, welche greifbar sind. Molotowcocktails, Messer, Baseballschläger beispielsweise. Im Übrigen hat eine Schülerin eine Mitschülerin in Freising 2011 in einer Schule mit einem mitgeführten Messer schwer verletzt. Will sagen: Die Täter selbst sind die Ursache für derartige Taten und nicht die Tatmittel.

Ich stelle im Übrigen fest, dass man in den 60er, 70er und auch 80er Jahren nie etwas von Amokläufen an Schulen gehört hat. Und das zu einer Zeit als die Waffengesetze liberaler waren, als heute. Es ist aus meiner Sicht wissenschaftlich zu untersuchen, was die Psyche eines jungen Menschen derart durcheinander bringt, dass er eine solche Wahnsinnstat plant und begeht. Im Fall Memmingen und auch Winnenden ist es sehr wahrscheinlich, dass die Täter psychische Probleme hatten. Mir ist nicht bekannt, dass sich an dieser Stelle schon einmal jemand auf Ursachenforschung begeben hat (Stress, Leistungsdruck, Mobbing!). Stattdessen wird am Symptom herumlaboriert - immer neue Forderungen nach einer Verschärfung des Waffengesetzes. Dies ist jedoch ein probates Mittel einer breiten Bevölkerung ein Mehr an Sicherheit zu suggerieren.

Auch die Medien haben nach jedem „Amoklauf“ so ausgiebig und in allen Einzelheiten darüber berichtet, dass nicht ganz ausgeschlossen werden kann, dass Folgetäter durch diese Berichte erst inspiriert wurden. Auch ein Punkt zum Nachdenken!

Um auf der Internetseite die Vorankündigung des Berichts noch martialisch aufzupeppen, wird ein Bild gezeigt, auf welchem ein Schweizer Jungschütze / -schützin mit dem aktuellen Schweizer Sturmgewehr auf einem Schießstand zu sehen ist. Dieses Gewehr ist aufgrund Kriegswaffenkontrollgesetz in Deutschland verboten! Warum werden hier Bilder verwandt, welche nicht die echte Situation in Deutschland zeigen? Was wollen Ihre Journalisten damit bezwecken? Ist es tatsächlich nur die Unkenntnis der Materie?

Zentrale Aufbewahrung von Waffen? Hier muss ich der Gewerkschaft der Polizei zustimmen. Hier würden Waffenlager angelegt werden, die sich geradezu als Selbstbedienungsladen für Kriminelle anbieten. Ich erinnere an den Fall in Baden-Württemberg, bei welchem 2 jugendliche Kleinkaliberwaffen aus dem örtlichen Schützenverein entwendet haben und in der Folge die Familie eines der Jugendlichen ausgelöscht haben. Zentrallager für Sportwaffen – keine gute Idee. Auch wäre eine ordentliche (24std) Bewachung nicht darstellbar.

Das weit größere Problem, und da sind sich die Fachleute einig, ist das Problem der illegalen Waffen. Diese sickern durch diffuse Kanäle nach Deutschland ein und sind überhaupt nicht kontrollierbar. Es ist auch nicht zu erwarten, dass diese in zertifizierten Safes aufbewahrt werden, dass deren Besitzer überprüft wurden, geschweige denn eine Sachkunde besitzen. Vom Einsatz zu sportlichen Zwecken ganz zu schweigen. Um ihnen einen Eindruck zu verschaffen: In Deutschland gibt es Schätzungen zufolge doppelt bis dreimal so viele illegale Waffen, wie legal registrierte. Sollten Ihre Journalisten wirklich einmal etwas „investigatives“ produzieren wollen, dann wäre das vielleicht ein Thema?

Das beste Beispiel hierfür liefern Sie selbst heute auf Ihrer Webseite mit dem Bericht „Tödliche Schießerei auf St. Pauli“. Wenn man dem Bericht glauben darf, ist das Opfer selbst der Polizei nicht unbekannt gewesen. Er war im Mai vergangenen Jahres in eine Schießerei verwickelt gewesen und wurde daraufhin verhaftet. Es ist also zu vermuten, dass er in Kreisen verkehrte, welche die per se Gesetze nicht beachten. Weiterhin vermute ich deshalb, er Opfer einer illegalen Waffe wurde, welche in derartigen ja Kreisen verbreitet sein soll.

In diesem Zusammenhang fällt mir auf, dass in der derzeitigen Berichterstattung in den Medien das Thema „Illegale Waffen“ von keinem der „investigativen Journalisten“ aufgegriffen wird. Die illegalen Waffen stellen für die öffentliche Sicherheit nach meinem Dafürhalten eine weit größere Gefahr dar, wie legal besessene und bei den Behörden registrierte Waffen. Und zwar aus dem einfachen Grund, dass bei Schießereien, wie in Ihrem o.g. Bericht auf öffentlichen Straßen auch unbeteiligte Personen zu Schaden kommen können. Der in Ihrem Bericht „Tödlicher Schießerei auf St. Pauli“ aufgegriffene Fall ist ja kein Einzelfall, wie die Berichte in verschiedenen deutschen Zeitungen in den letzten Monaten gezeigt haben. Wie viele Tote hätten Ihrer Meinung nach in den letzten 20 Jahren verhindert werden können, gäbe es keine illegalen Waffen. Auch über den berichteten Vorfall in St. Pauli wird nächste Woche Gras gewachsen sein – im Gegensatz zu Fällen, wo wirklich einmal eine legal besessene Waffe im Spiel war.

Von den Medien, wie auch von Ihrem Haus wird jede Gelegenheit genutzt, Besitzer von legalen Waffen als Gefahr für die Bürger unseres Landes darzustellen. Als potentielle Ursache von Amokläufen und als potentielle Gewalttäter, respektive schlummernde Zeitbomben. Würden sich Ihre Mitarbeiter die Mühe machen, vor Ort sauber und unvoreingenommen recherchieren, dann würde sich Ihnen ein anderes Bild darstellen. Ich möchte an dieser Stelle nur die Hürden, d.h. die behördlichen Überprüfungen nennen, die ein Bürger positiv zu durchlaufen hat, ehe er überhaupt in die Nähe einer waffenrechtlichen Erlaubnis kommt (Auszug aus dem Zentralregister, Überprüfung durch die örtliche Polizeibehörde). Von den sehr restriktiven Abläufen auf den Schießständen ganz zu schweigen. Zudem wird Schützenvereinen oftmals eine Bierseligkeit unterstellt, welche Sie in der Realität so nicht vorfinden werden.

Abschließend möchte ich an dieser Stelle nochmals meine große Enttäuschung über Ihre öffentlich-rechtliche Sendeanstalt zum Ausdruck bringen, welche mit diesem Bericht keinesfalls einen sachlichen, neutralen Bericht sendet. Vielmehr wird hier eindeutig für eine Seite Partei ergriffen (Waffengegner) und dies dem nicht informierten Zuschauer als „die Wahrheit“ verkauft. Qualitativer, neutraler Journalismus sieht anders aus. Es ärgert mich zudem, dass ich diese Einseitigkeit mit meinen Rundfunkgebühren mitfinanzieren muss, obwohl ich speziell mit diesem Bericht inhaltlich nicht einverstanden bin.

Mit freundlichen Grüßen,
Bert Gamilla,
Hallbergmoos, Bayern