Landkreis Lügenberg-Gansviel will
Waffenkontrollen deutlich ausweiten und verschärfen

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Lügenberg - im Februar 2010

Der Landkreis Lügenberg-Gansviel macht jetzt Druck bei den Waffen-kontrollen. Landrätin Dr. Schmalenberg-Hohnhausen will ab den kommenden Monaten dort die Kontrollen durchführen lassen, wo sie ihrer Ansicht nach wirklich etwas bringen. Nämlich bei den Haushalten, die keine legalen Schusswaffen angemeldet haben.

Im gesamten Landkreis sind laut Auskunft des Landratsamtes insgesamt 14.067 legale Schusswaffen durch 2321 Jäger, Sportschützen und Waffensammler registriert. Hinzu kommen noch 13 Waffenscheinbesitzer, die aus in ihrer Person liegenden Gründen zum Führen einer Schusswaffe zum Selbstschutz berechtigt sind.

Frau Dr. Schmalenberg-Hohnhausen geht in ihrem Landkreis von einer hohen Dunkelziffer illegaler Schusswaffen von mindestens 20.000 Stück aus. Gerade einmal 17 illegale Schusswaffen wurden bei der bis Ende 2009 befristeten Amnestie bei der Waffenbehörde abgegeben.

Das Ziel der verschärften Kontrollen soll jetzt sein, diese illegalen Waffen aus dem Verkehr zu ziehen.

Weiterhin soll auch die ordnungsgemäße Aufbewahrung sonstiger Waffen (Messer, Dolche oder Knüppel) geprüft werden, damit Unbefugte (z.B. Personen unter 18 Jahren) damit keinen Umgang pflegen können. Auch diese Waffen müssen laut Waffengesetz so verschlossen aufbewahrt werden, dass sie für Kinder und Jugendliche nicht erreichbar sind. Da die Besitzer dieser erlaubnisfreien Waffen keine Verpflichtung zum Nachweis der Unterbringung in zertifizierten Behältnissen vorzuweisen haben, werden sich die vorgesehenen Kontrollen auf den gesamten Wohnraum beziehen müssen.

„Wir rechnen hier mit einem breiten Einverständnis der Betroffenen.“ So Landrätin Dr. Schmalenberg-Hohnhausen. Die Erfahrungen nach der letzten Verschärfung des Waffenrechts hätten gezeigt, dass die breite Masse der Bevölkerung eindeutig die (auch kostenpflichtigen) Kontrollen bei den registrierten Legalwaffenbesitzern befürworte. Da Kriminalitätsprobleme aber zu 99 % durch illegale Waffen verursacht werden, muss gerade dort kontrolliert werden, wo sich diese Waffen auch befinden, nämlich bei den Personen, die keine legalen Waffen angemeldet haben.

Nach Auskunft der Kreisverwaltung werden sich die Kosten für eine Kontrolle im Bereich von 1,30 bis 1,65 € pro Quadratmeter zu kontrollierender Fläche bewegen. Diese Kosten sind durch die zu überprüfenden Haushalte zu tragen.

Amtmann Kevin Gröberich, Leiter des Ordnungsamtes: „Die Bevölkerung wird diese Kosten gerne tragen. Bei der Auferlegung der Kontrollgebühren auf die Legalwaffenbesitzer war man ja schließlich auch dafür. Warum sollten die Leute jetzt auf einmal mit zweierlei Maß messen? Soviel sollte dem Einzelnen seine innere Sicherheit doch wohl noch wert sein!“

„Zur Durchführung der Kontrollen ist die Einstellung zusätzlichen Personals erforderlich.“ Führte Frau Dr. Schmalenberg-Hohnhausen weiter aus. „Wir wollen hierbei in der Mehrzahl auf Ein-Euro-Jobber zurück greifen. Weiterhin ist auch die Einstellung von Kontrolleuren mit Migrationshintergrund vorge-sehen, da sich diese Personen besser auf die verschiedenen Mentalitäten von Personen ihrer eigenen Herkunft einstellen können.

Selbstverständlich werden die Kontrollen unangemeldet stattfinden. Angemeldete Kontrollen bringen ja nichts !“

pp.s.