Die Waffen
Die Waffen
Das Sportschießen wird in der Regel nach der Art der Waffe unterteilt:
- Bogen
- Armbrust
- Gewehr
- Pistole
- Revolver
Obwohl sowohl Bogen- als auch Schusswaffen lebensgefährliche Verletzungen verursachen können, ist Sportschießen ein eher ungefährlicher Sport, da der Schießbetrieb nur auf zugelassenen Schießständen und nur unter ständiger Aufsicht stattfinden darf.
Gewehre und Pistolen werden nach Feuerwaffen und Luftdruckwaffen (besser: „Druckluftwaffen“) unterteilt, je nach der Art, welche Munition verwendet wird. Luftdruckwaffen fallen auch unter das deutsche Waffengesetz, haben aber bei einem Vorhandensein eines F im Fünfeck (unter 7,5 Joule Bewegungsenergie der Geschosse) eine Befreiung von einigen waffenrechtlichen Notwendigkeiten. Seit einigen Jahren werden vermehrt Pressluft- und/oder CO2-Waffen eingesetzt, die dem Schützen das mühselige Spannen der Waffe ersparen sollen und zudem zu einer ruhigeren Schussabgabe verhelfen.
Sowohl Luftgewehr als auch Luftpistole sind für viele der Anfang für das sportliche Schießen. Schießstände für Luftdruckwaffen sind in vielen Orten vorhanden und leicht einzurichten, müssen jedoch von einem offiziellen Schießstand-Sachverständigen abgenommen werden. Anders als bei den „Schießbudengewehren“ auf dem Jahrmarkt wird bei Luftdruckwaffen nicht mit Kugeln, sondern mit so genannten Diabolos mit 4,5 mm Durchmesser geschossen, die eine geradere Flugbahn und ein sauberes Einschussloch gewährleisten.
Die Auswertung der Schießergebnisse wird heute in der Regel mit elektronischen Auswertemaschinen vorgenommen, die bis auf 1/100 mm genau auswerten können. Insbesondere im Finale größerer Wettkämpfe werden auch die Zehntel eines Ringes zum Ergebnis hinzu addiert. Statt der sonst üblichen „einfachen Zehn“ kann mit einer elektronischen Auswertung bis zu „10,9“ erreicht werden, was einem Schuss entspricht, der im absoluten Mittelpunkt des Ringspiegels liegt.
Das größte Angebot für das sportliche Schießen besteht im Bereich der „Feuerwaffen“. Beim Sportschießen werden in der Regel keine „Gebrauchswaffen“ verwendet, sondern speziell entwickelte Sportwaffen. Die Spitzenathleten benutzen hochgezüchtete Sportwaffen wie die Schnellfeuerpistole, die Freie Pistole oder das Kleinkalibergewehr der Biathleten und die Bögen der Bogenschützen.
Ebenfalls großer Beliebtheit erfreut sich auch das Großkaliberschießen mit Kurz- und Langwaffen, welches überwiegend vom BDS und BDMP betrieben wird. Hier allerdings werden fast ausschließlich Gebrauchswaffen verwendet.
Bogen
Das Bogenschießen ist die Benutzung eines Bogens und eines Pfeils, meist zu sportlichen Zwecken, aber auch zur Jagd. Das Bogenschießen ist eine der ältesten Jagdformen der Menschheit, und wurde über lange Zeit auch als wirkungsvollste und leichte Fernwaffe auf mittleren Distanzen eingesetzt. Das Bogenschießen als sportliche Betätigung ist als Training zur Erlangung der nötigen Fertigkeiten (Treffgenauigkeit) beim Bogenschießen sicher ebenso alt wie der Gebrauch als Waffe bei der Jagd oder in kriegerischen Auseinandersetzungen. Beim Bogenschießen geht es stets darum, den Pfeil so exakt wie möglich in ein Ziel zu bringen. Ein Merkmal des Bogenschießens ist die nahezu völlige Geräuschlosigkeit, die insbesondere bei der Jagd gegenüber modernen Schusswaffen einen Vorteil darstellt. Heute steht jedoch der sportliche Aspekt deutlich im Vordergrund, das Bogenschießen ist auch eine der Olympischen Sportarten.
Die technologische Entwicklung hat den Bogen von einem einfachen Langbogen zu einem hochentwickelten Sportgerät gebracht, das mit einer ganzen Reihe von Zubehör ausgestattet werden kann, um präzisere Schussergebnisse erzielen zu können. Das Bogenschießen bezeichnet man daher auch als Präzisionssport.
Armbrust
Für die Armbrust gibt es internationale Disziplinen auf 10 Meter, 30 Meter und die Feldarmbrust, die in einem Wettkampf nacheinander auf 35, 50 und 65 Meter geschossen wird. Für die Armbrust 10 und 30 Meter werden beim Schießen so genannte „Bolzen“ verwendet und geschossen wird auf Schießscheiben, die auch beim Schießen mit Luftdruckwaffen verwendet werden. Bei der Feldarmbrust werden Pfeile verwendet und geschossen wird auf Scheiben, die auch beim Bogenschießen zur Anwendung kommen.
Armbrust im deutschen Waffenrecht
Nach neuem deutschen Waffenrecht von 2003 zählt die Armbrust gemäß § 27 Abs. 3 Nr. 2 WaffG zu den „sonstigen Schusswaffen“, die feste Körper (hier: Pfeil oder Bolzen) verschießen.
Damit finden grundsätzlich alle für die Schusswaffen geltenden Regelungen auch auf die Armbrust Anwendung, insbesondere aber die Sicherheits-bestimmungen beim Schießen.
Der Gesetzgeber hat jedoch den Begriff „Schießen“ etwas eigenwillig definiert: (Es schießt), „wer mit einer Schusswaffe Geschosse durch einen Lauf verschießt, Kartuschenmunition abschießt, mit Patronen- oder Kartuschenmunition Reiz- oder andere Wirkstoffe verschießt oder pyrotechnische Munition verschießt.“ Waffenrechtlich wird mit der Armbrust also nicht geschossen.
Da eine Armbrust aber eine Waffe ist (sie ist ja den Schusswaffen gleichgestellt), darf sie von Jugendlichen unter 18 Jahren nur unter fachkundiger Aufsicht genutzt werden, gemäß § 2 Abs. 1 WaffG „Umgang mit Waffen oder Munition“. Eine Altersuntergrenze gibt es dabei jedoch nicht.
Es ist in der Planung, in der nächsten Revision des Waffengesetzes die Armbrust wieder aus den Regelungen der „sonstigen Schusswaffen“ herauszunehmen.
Gewehr
Das Gewehr ist nach heutigem Sprachgebrauch mit Ausnahme des Luftgewehrs eine zu den Handfeuerwaffen zählende Schusswaffe, die als Schulterwaffe (von der Schulter geschossen) mit zwei Händen zu bedienen ist. Das deutsche Waffenrecht definiert Gewehre als Langwaffen.
In der Hauptsache werden Gewehre technisch nach Art und Beschaffenheit ihrer Läufe, vornehmlich in Büchse mit gezogenem Lauf (Ausnahmen bilden Läufe mit polygonalem Laufprofil) und Flinte mit glattem Lauf (Ausnahmen bilden Läufe für spezielle Flintenlaufgeschosse) unterteilt. Weitere technische Unterscheidungen werden nach der Art der Ladeeinrichtung oder auch der Bauweise getroffen. Darüber hinaus sind Unterscheidungen nach Verwendung und sprachgebräuchliche Unterscheidungen zu finden.
Unterscheidung nach Laufprofil:
Gewehre werden aus technischer Sicht nach der Art und Beschaffenheit des Laufes unterschieden:
Büchse
Gewehr mit gezogenem Lauf (Ausnahmen bilden Läufe mit polygonalem Laufprofil).Flinte
Gewehr mit glattem Lauf (Ausnahme bilden gezogene Läufe für spezielle Flintenlaufgeschosse).Kombinierte Waffe
Gewehr mit zwei oder mehreren glatten und gezogenen Läufen in unterschiedlichen Kombinationen und Anordnungen.
Unterscheidung nach Ladeeinrichtung:
Gewehre werden aus technischer Sicht nach der Art der Ladeeinrichtung unterschieden:
Vorderladergewehr
Gewehr, welches durch den Lauf von vorne geladen wird.Einzelladergewehr
Gewehr, welches von hinten, einzeln geladen wird.Mehrladergewehr
Gewehr, welches aus einem Magazin, durch manuelle Betätigung des Lademechanismus (repetieren) geladen und gespannt wird.Selbstladegewehr
Gewehr, welches durch einen automatisierten Mechanismus geladen und gespannt wird (sog. Halbautomat).Maschinengewehr
Gewehr, welches durch einen automatisierten Mechanismus geladen, gespannt und abgefeuert wird (sog. Vollautomat ).
Unterscheidung nach Bauweise:
Gewehre werden auch nach Bauweise oder Schäftung unterschieden.
- Karabiner
- Kurzkarabiner
- Stutzen
Unterscheidung nach Verwendung:
Gewehre werden unabhängig von technischen Unterscheidungsmerkmalen auch nach ihrer Verwendung unterschieden.
- Scharfschützengewehr (Präzisionsgewehr)
- Dienstgewehr
- Matchgewehr
- Jagdgewehr
Unterscheidung nach Sprachgebrauch:
Gewehre werden auch im allgemeinen Sprachgebrauch, unabhängig von technischen oder verwendungstechnischen Merkmalen unterschieden. Diese Pseudonyme sind zum großen Teil geschichtlich gewachsen und somit aus dem täglichen Sprachgebrauch nicht wegzudenken.
- Sturmgewehr
- Sportgewehr
- Militärgewehr
- Kavalleriegewehr
- Schrotgewehr
- Pump Gun
- Westerngewehr
Pistole
Eine Pistole ist eine Faustfeuerwaffe, die aus der Hand abgeschossen wird. Das entscheidende Merkmal einer Pistole ist, dass Patronenlager und Lauf aus einem Stück bestehen, im Gegensatz zum Revolver, bei dem die Patronenlager vom Lauf getrennt in einer drehbaren Trommel untergebracht sind. Das Wort Pistole stammt aus dem Tschechischen (píšťala) und kam über Frankreich nach Deutschland.
Die Entstehung der Pistole teilt sich ihren Beginn mit dem Gewehr. War das Handrohr die erste Feuerwaffe im 14. Jahrhundert, so wurde es nach der Weiterentwicklung zur Arkebuse notwendig, diese Waffen kleiner, handlicher und mobiler zu machen. Gerade die Reiterei drängte auf eine Alternative zur Arkebuse. Durch die Erfindung des Radschlosses im Jahre 1517 wurde es ermöglicht, eine kompaktere und sichere Zündungsmethode im Gegensatz zu den Luntenschlössern zu haben. Mit der Pistole fanden Feuerwaffen in der Reiterei verstärkt Gebrauch. Die in den 1540er Jahren aufkommende Truppengattung der Kürassiere war mit Pistolen ausgerüstet. Erstmalige Verwendung in einer größeren Kampfhandlung fand die Pistole in der 1547 ausgefochtenen Schlacht bei Mühlberg. Die Pistole (Faustrohr, Faustbüchse, Fäustling, im 16. und 17. Jahrhundert auch Puffer) wurde ursprünglich als Schusswaffe für Reiter entwickelt, erste Modelle tauchten um 1510 auf. Im 17. Jahrhundert versuchte Philipp von Zesen erfolglos, das Wort Pistole durch Meuchelpuffer zu ersetzen.
Die Pistole war für lange Zeit die einzige Faustfeuerwaffe, bis sie am Anfang des 19. Jahrhunderts kontinuierlich vom Revolver verdrängt wurde. Der Revolver bot erstmals die Möglichkeit, mehrere Schüsse hintereinander abzufeuern ohne die Waffe nachladen zu müssen. Pistolen fristeten dann fast ein Schattendasein und wurden zum Beispiel zum Scheibenschießen und vorwiegend als Duellwaffen eingesetzt. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann die Entwicklung von Alternativen zu den Revolvern. Bei der Forschung nach Selbstladevarianten, ursprünglich für Gewehre, wurden bald die ersten modernen Pistolenmodelle entwickelt. Zu den ersten funktionstüchtigen Waffen zählten die Mauser C96 sowie die Modelle von Bergmann und Luger.
Die Pistole stieß recht bald auf großes Interesse bei den Armeen, da sie sich durch einige Vorteile vom Revolver abhob: Pistolen hatten meist eine höhere Magazinkapazität als Revolver, die Patronen in der Trommel hatten. Darüber hinaus war das Nachladen schneller, da hier das geleerte Magazin entfernt wurde und durch ein volles ersetzt wurde. Auch Ladeschienen (bei Modellen ohne Wechselmagazin) waren schneller und einfacher zu bedienen – bei einem Revolver musste vorher die verbrauchte Munition (leere Hülsen) entfernt werden. Auch waren die Magazine mit der Munition handlicher, daher leichter zu verstauen. Dadurch konnte eine größere Menge an Munition mitgeführt werden. Wurde ein Revolver mit einzelnen Patronen geladen, was ein umständliches Hantieren nach sich zog, waren bei den Pistolen die Ladungen quasi vorkonfektioniert.
Einzig und alleine die aufwändige Wartung der Pistole war ein Nachteil gegenüber einem Revolver. Musste bei einer Pistole der Schlitten, die Führung und alle anderen beweglichen Teile stets gut gereinigt und geölt sein, um eine einwandfreie Funktion zu gewährleisten, waren Revolver weniger störanfällig. Darüber hinaus konnten bei der Pistole Ladehemmungen auftreten. Trotzdem setzte sich die Pistole gegenüber dem Revolver durch. Schon im Ersten Weltkrieg waren in fast allen Armeen die meisten Offiziere und Ordonanzen mit Pistolen ausgestattet. Eine der wenigen Ausnahmen war die Britische Armee, die im Ersten Weltkrieg noch ihre traditionellen Revolver einsetzte.
Heute gibt es eine Vielfalt an Pistolen für den sportlichen, polizeilichen und militärischen Einsatz. Die bekanntesten Hersteller und Modelle sind Sauer P226, Mauser Pistole 08, Colt, Beretta 92, Glock, Browning, Walther u.v.m.
Es werden unterschieden:
- Einzellader/Mehrlader
- Vorderlader/Hinterlader
- Selbstlader (sind immer Hinterlader)
- Raketenpistole
- Signalpistole
Heute gebräuchlich ist fast nur noch der Selbstlader, Einzel- oder Mehrlader sind vor allem Sammelobjekte und Kuriositäten, es gibt aber auch eine Fangemeinde, die sportlich mit Schwarzpulver-Vorderladern schießt.
Revolver
Ein Revolver (engl.: to revolve „sich drehen“; lat.: revolvere „aufrollen, zurückrollen“) ist eine mehrschüssige Faustfeuerwaffe, bei der die Munition in einzelnen Kammern in einem als drehbare Trommel ausgelegten Patronenlagerblock kreisförmig angeordnet ist. Die Trommel dient dabei nicht nur als Patronenlager, sondern auch als Magazin.
Revolver werden in Deutschland vor allem für Sport, Selbstverteidigung und die Nachsuche bei der Jagd eingesetzt. Als Dienstwaffen sind sie in Deutschland im polizeilichen Bereich selten anzutreffen, wobei sie vornehmlich bei der Kriminalpolizei Verwendung finden. In anderen Staaten werden Revolver aber durchaus noch als Standardwaffen für Angehörige der Polizei eingesetzt. Im militärischen Bereich wurden Revolver in der Vergangenheit vor allem von Offizieren und von der Militärpolizei verwendet. Hier wurden sie weitgehend, in Deutschland sogar vollständig, durch Pistolen und Maschinenpistolen verdrängt.
Es werden folgende Arten unterschieden:
- Frühe Revolver (wie Bündelrevolver und Collier-Revolver)
- Perkussionsrevolver
- Hinterlader-Revolver
- Revolver für Stiftfeuerpatronen
- Revolver für Randfeuerpatronen
- Revolver für Zentralfeuerpatronen
Weitere Unterscheidungen:
Single-Action
Um einen Schuss abzugeben ist zuerst mit der Hand der Hahn zu spannen. Mit dem Hahn ist ein Transporteur verbunden. Zieht man den Hahn zurück, greift dieser in eine Ratsche an der Hinterseite der Trommel, hebt sich weiter und dreht dabei die Trommel. Nun bewegt sich ein zweiter Arm und blockiert die Trommel in Schussposition. Nunmehr kann der Hahn über den Abzug aus seiner Rast gelöst werden und wird durch Federdruck nach vorne auf das Zündhütchen getrieben.
Double-Action
Bei Betätigung des Abzuges durch den Schützen wird die Trommel weitergedreht, so dass das nächste Lager mit einer neuen Patrone vor den Lauf und den Schlagbolzen zu liegen kommt, und gleichzeitig die Feder gespannt. Beim weiteren Durchziehen des Abzuges schnellt der Hahn nach vorn und löst den Schuss aus.
Double-Action-Only
Bei diesen Revolvern gibt es nur die Double-Action-Funktion. Der Hahn kann nicht vorgespannt werden. Diese Variante der Schussauslösung wurde vor dem Double-Action-Abzug erfunden und ist heute vor allem bei Dienstwaffen (auch Dienstpistolen) verbreitet, da hier bei jedem Schuss eine gleich hohe Kraft zur Schussauslösung aufgewandt werden muss. Die Bedienung ist vereinfacht und es beugt einer versehentlichen Schussauslösung eines zitternden Fingers bei einer vorgespannten Waffe vor.
Halbautomat
Der modernste Selbstladerevolver war der 1997 vorgestellte, italienische Mateba Model 6 Unica. Technisch gesehen war auch er ein Rückstoßlader. Die Besonderheit an der Waffe war der auf Höhe der unteren Kammer liegende Lauf. Dadurch wirkte der Rückstoß sehr geradlinig in die Hand des Schützen und beugte einem Hochschlagen der Waffe vor. Die Läufe waren gegen solche in anderen Kalibern und anderer Länge austauschbar. Um hier weniger Einstellungen an der Visierung vornehmen zu müssen, war die Kimme fest, und das auf dem jeweiligen Lauf befindliche Korn voll verstellbar ausgelegt.