Warum benutzen Sportschützen überhaupt Großkaliberwaffen ???

 

 • Warum überhaupt Großkaliberwaffen?

1. Weil es eben etwas anderes ist, ob ich Klein- oder Großkaliber schieße. In etwa vergleichbar mit den Sportarten "Golf und Minigolf" oder mit den Motorsportklassen "Formel 1 und DTM"...

2. Der Rückstoß ist stärker. Die Waffe muß beidhändig geschossen werden, was andere Haltetechniken erfordert.

• Warum mehr als 2 Schuß?

Die Disziplinen werden in der Regel mit mehrmals 5 Schuß geschossen. So wird beim sogenannten Intervallschießen (Disziplin "Drehende Scheibe") eine Scheibe für 20 Sekunden sichtbar. 5 Schuß innerhalb dieser Zeit gut zu platzieren, ist deshalb schwierig, weil beim GK die Waffe bedingt durch den Rückschlag total aus dem Zielpunkt gerissen wird und man jedesmal neu ausrichten muß. Beim KK wäre das nicht der Fall. Das Intervallschießen gibt es hier auch, läuft aber etwas anders ab.

• Warum braucht ein Schütze „so viele“ Waffen?

1. Weil Großkaliber nicht gleich Großkaliber ist:

- Ein Revolver ist anders als eine Pistole
- Eine Waffe im Kaliber .45er ist anders als eine im Kaliber 9mm
- Eine Magnumwaffe ist anders als eine mit "normaler" Ladung

- usw.

Da jedes Kaliber seine speziellen Eigenarten hat, gibt es dafür auch jeweils unterschiedliche Disziplinen und Wettkämpfe. Das regeln die Sport-ordnungen der jeweiligen Schießsportverbände. Die Sportordnungen müssen vom Bundesverwaltungsamt genehmigt werden.

2. Ebenso verhält es sich mit Gewehren, also Langwaffen (LW)

3. Haben Sie sich schon einmal ernsthaft gefragt, warum ein Golfspieler so viele unterschiedliche "Eisen" (Schläger) in seiner Golftasche hat?

Hier die passende Antwort aus Wikipedia, die abgewandelt auch sehr gut für den Schießsport passt:

"Jede Bahn eines Golfplatzes hat eine andere Länge und eine andere Charakteristik, so dass der Ball bei jedem Golfschlag unterschiedlich weit geschlagen werden muss und unterschiedliche Anforderungen an die Flugkurve bestehen. Da sich zeigte, dass es einfacher war, verschiedene Schläger zu verwenden, als unterschiedliche Schlagbewegungen zu erlernen, wurde eine Vielzahl von Schlägern unterschiedlicher Bauart entwickelt."

• Warum müssen Schützen ihre Waffen und Munition zu Hause lagern?

1. Wenn man davon ausgeht, daß ein durchschnittlicher Schütze durchschnittlich 2 KW + 2 LW besitzt (Jäger ausgenommen) und ein Verein 100 Mitglieder hat, komme ich auf die recht stattliche Zahl von 400 Waffen. Diese zentral zu lagern ist ein gefundenes Ziel für alle, die sich illegal Waffen beschaffen wollen.

2. Ein durchschnittlicher Wettkampf mit 10 Teilnehmern dauert etwa 1,5 – 2 Stunden. Mit Ausgabe, putzen nach dem Schießen und wieder Rückgabe mit entsprechender Registrierung (sonst macht’s keinen Sinn) wahrscheinlich doppelt so lange. Dieser Zeitaufwand ist einfach zu hoch, da Wettkämpfe oft Sonntagvormittag oder abends an Werktagen ausgetragen werden.

3. Jeder Schütze behandelt seine Waffe sehr sorgfältig. Wenn man weiß, daß diese Waffen schnell mal 2000 -3000€ kosten, werden Sie verstehen, daß man sie eben nicht gerne aus der Hand gibt.

4. Um eine Waffe richtig zu reinigen (nach etwa 500 – 1000 Schuß), muß sie zerlegt werden. Dazu hat jeder sein Patentrezept, und Vorgehensweisen. Das kann auch schon mal 2-3 Stunden dauern.

5. Eventuell muß man etwas reparieren, oder will die Waffe tunen, Schäfte ölen etc. Diese Sachen kann man Vernünftig und ohne Zeitdruck nur zu Hause machen.

6. Die Hälfte der Wettkämpfe werden nicht im heimischen Schützenhaus ausgetragen. Da es nicht damit getan ist, die Waffe eines anderen einfach mitzunehmen, erfordert das einen kaum durchführbaren bürokratischen Aufwand.

7. Wenn man Wiederlader ist, hat man alles dazu nötige bei sich zu Hause aufgebaut. Das ist so viel, daß man das alles nicht im Schützenhaus lagern kann.

8. Bei der Herstellung von Munition braucht man wirklich Ruhe. JEDER sorgfältige Wiederlader sorgt dafür, daß er dabei möglichst ungestört ist. Es ist einfach zu gefährlich, dabei Fehler zu machen. Man könnte sich und andere beim Schießen verletzen oder töten.

• Warum brauchen Schützen so viel Munition?

1. Munition ist teuer. Wie alles, wird sie billiger, wenn man in großen Mengen kauft. (-> Mengenrabatt) 

2. Als Wiederlader macht man meist nicht nur ein paar Patronen. 700 – 1200 sollten es schon sein, da es einiger Vorbereitung und Nacharbeiten bedarf, dies zu tun. Der Zeitaufwand dafür: Ab 3 Stunden.

3. „Viel“ ist relativ! Pro Training ca. 100 Schuß. 2 x in der Woche Training = 800 Schuß / Monat. Macht bei nur 3 verschiedenen Kalibern und etwas Vorrat schnell 6000 Schuß und mehr. Nicht jeder hat das Waffengeschäft vor der Haustür, welches auch noch die Munition hat, mit der seine Waffe am besten schießt. Oftmals gibt es auch Lieferengpässe, also kauft man auf Vorrat.

• Warum überhaupt Wiederladen?

1. Die Kosten
Die benötigte Munition ist sehr teuer. Das Wiederladen ist durch die mehrfache Benutzung der Hülsen preiswerter.

2. Die Präzision
Jede Waffe ist anders. Nicht jede verträgt sich mit jeder Munition. Als Wiederlader kann ich Munition herstellen, die speziell für meine Waffe und für meine Belange am besten geeignet ist.

3. Der Spaß
Es ist einfach DAS HOBBY ZUM HOBBY! Schießsport ist eben nicht nur reines Schießen (Deswegen habe ich das Wiederladen auch oben bereits erwähnt)

4. Die Verfügbarkeit
Für manche Kaliber gibt es gar keine Fabrikmunition mehr zu kaufen.