Legale Waffen

Freie & Legale Waffen

Auch wenn das deutsche Waffengesetz im internationalen Vergleich sehr streng ist und nur wenig Zugeständnisse an den Bürger macht, so gibt es dennoch einige sogenannte freie Waffen, die mitgeführt und zu Notwehrzwecken eingesetzt werden dürfen. Abwehrsprays bieten Schutz für jedermann Der Klassiker unter den legalen Waffen ist das Pfefferspray, das in unterschiedlichsten Größen und Formen erhältlich ist. Diese Sprays basieren auf dem Reizstoff Oleoresin-Capsicum und entfalten ihre Wirkung unmittelbar auf den Schleimhäuten eines Angreifers. Pfefferspray ist in der BRD als Tierabwehrmittel deklariert und darf dementsprechend nur gegen Tiere eingesetzt werden. Zum Zweck der Notwehr dürfen die Sprays, die ohne Altersbeschränkung geführt werden können, dennoch eingesetzt werden, da in diesem Fall der Notwehrparagraph (§32) des Strafgesetzbuches greift.

Offiziell für den Einsatz gegen Menschen ist hingegen nur CS Gas zugelassen. Aus diesem Grund ist das Mitführen erst ab einem Lebensalter von 14 Jahren gestattet. Im Gegensatz zum herkömmlichen Pfefferspray kann die Wirkung bei betrunkenen oder unter Drogeneinfluss stehenden Personen jedoch suboptimal ausfallen. Ungeübte Anwender sollten zudem zu Abwehrsprays greifen, die einen feinen Reizstoffnebel versprühen, da die Trefferwahrscheinlichkeit so deutlich höher ist. Produkte mit einem konzentrierten Strahl bleiben erfahrenen Anwendern vorbehalten.

Effektive Selbstverteidigung durch Elektroschocker

Was viele Menschen nicht wissen, ist, dass das deutsche Waffengesetz volljährigen Personen den Erwerb und das Mitführen von Elektroschockern gestattet, sofern diese über eine sogenannte PTB Zulassung verfügen. Elektroschocker eignen sich auch für vergleichsweise ungeübte Anwender zur Selbstverteidigung, da im Grunde genommen der gesamte Körper des attackierenden Tieres oder des angreifenden Menschens als effektive Angriffsfläche dient. Die tatsächliche Wirksamkeit eines solchen Elektroschockers hängt indes von der Stromspannung des Geräts ab, die darüber entscheidet, wie lange ein Angreifer außer Gefecht gesetzt wird. Darüber hinaus sorgt eine hohe Spannung dafür, dass auch dicke Kleidungsstücke wie Lederjacken und Wintermäntel durchdrungen werden können. Um Angreifer in die Flucht zu schlagen, reicht es aber in der Regel schon aus, das Gerät blanko zu betätigen und den Einsatz nur anzudrohen. Die starken Entladungsblitze halten Aggressoren meist schon effektiv von ihrem Vorhaben ab.

Unauffällige Begleiter für den Alltag

Unter den freien Waffen gibt es aber auch deutlich unauffälligere Vertreter, die im Alltag sogar am Schlüsselbund mitgeführt werden können. Zu diesen Instrumenten gehören die Kubotans. Dabei handelt es sich um zwölf bis fünfzehn Zentimeter lange Stöcke aus massivem Holz oder Aluminium, die mit Griffrillen und spitz zulaufenden Enden versehen sind. Kubotans sind als Schlagwaffen und Druckverstärker konzipiert, sodass sich diese mit Hilfe unterschiedlichster Techniken sehr effektiv gegen empfindliche Körperpartien einsetzen lassen. Aufgrund der Tatsache, dass der Umgang mit diesen legalen Waffen geübt sein muss, sollte dieser im Vorfeld im Rahmen eines Kurses, der von vielen Kampfsportschulen angeboten wird, erlernt werden. Eine alltagstauglichere Variante der Kubotans sind die sogenannten taktischen Kugelschreiber, die alle relevanten Eigenschaften eines Kubotans aufweisen, im zivilen Leben jedoch deutlich unauffälliger zu handhaben sind als andere legale Waffen.